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Bilanz als Kulturbürgermeister (1999-2006)

Meine Bilanz als Kulturbürgermeister (PDF)

Sprungmarken zu: Kultur, Sport, Stadtmarketing, Organisation


Das Dezernat für Bildung, Kultur und Sport hat sich in meiner bisherigen 8-jährigen Amtszeit an vielen Stellen verändert. Vieles ist in dieser Zeit bewegt worden. Nicht alles kann hier dargestellt werden. Der hohe Anspruch war, mit der Entwicklung in den Bereichen Bildung, Kultur und Sport wichtige Impulse für die gesamte Stadt zu setzen. Dieser Anspruch konnte eingelöst werden.

Bildung – entscheidend für die Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen und damit für die wirtschaftliche und soziale Zukunft der Stadt

Kommunale Schulpolitik als Bildungspolitik zu verstehen. Schulen auch inhaltlich zu begleiten: Das ist der Perspektivwechsel der mit der neuen Bezeichnung des Dezernats und der Neuorganisation des Dezernats am Anfang stand. Der Fachbereich Bildung wurde aus den bisherigen selbständigen Ämtern Musikschule, Bibliothek und Schulverwaltungsamt gegründet. Ziel mit dieser Neuorganisation war es, der Bildung einen höheren Stellenwert innerhalb der Kommunalpolitik zu verschaffen.

Volumenmäßig die größte Bedeutung dabei hatten nach wie vor die Investitionen in die Schulgebäude. Allein von 1999 bis 2005 konnten hier ca. 115 Mio. € investiert werden. Um den Abbau des Sanierungsstaus weiter voranzutreiben, wurde zusammen mit dem Dezernat IV über eine Public-Private-Partnership (PPP) mit der Gemeinnützigen Baugesellschaft (GBG) zusätzliche 40 Millionen € für die Sanierung von Schulen in den Jahren 2006 bis 2009 akquiriert. Zusammen mit dem bereits vorgesehenen Investitionen können somit zwischen 2006 und 2009 insgesamt 90 Mio. € in unsere Schulen investiert werden. Dies ist ein gewaltiger Schub für Mannheims Schullandschaft, der ohne die von uns initiierte PPP-Lösung nicht möglich gewesen wäre.

Doch nicht nur in Schulgebäude wurde in den vergangenen acht Jahren investiert. Wichtig waren vor allem die pädagogischen Entwicklungen.

1. Ein besonderes Anliegen war für mich die Sprachförderung. Sie ist meines Erachtens der Schlüssel für jeglichen Bildungserfolg. Nach Veröffentlichung der ersten PISA-Studie mit ihren für Deutschland erschreckenden Ergebnissen rief ich in Abstimmung mit meiner Amtskollegin Frau Erste Bürgermeisterin Fürst-Diery den so genannten „Runden Tisch Sprachförderung“ ins Leben. Aus diesem Runden Tisch entstanden eine Vielzahl von speziell für Mannheim konzipierten Förderprogrammen für die Kindertagesstätten und Schülerinnen und Schülern mit Sprachförderbedarfen. In den meisten Kindertagesstätten und vielen Grundschulen werden inzwischen Sprachförderangebote für benachteiligte Kinder angeboten. Auch hier hat Mannheim im Land Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle eingenommen. Diese Initiative zum Runden Tisch Sprachförderung hat inzwischen einen Punkt erreicht, an dem eine erste Auswertung und weitere Vernetzung der bereits etablierten Sprachfördermaßnahmen möglich geworden sind.

2. Soziale Benachteiligung im Bildungswesen abzubauen ist auch das Ziel des Projekts „Kultur macht Schule“. Mit dem Projekt „Kultur Macht Schule“ haben wir in den letzten zwei Jahren ein überaus wirksames und erfolgreiches Modell zur Einbindung der in dieser Stadt angesiedelten Kulturinstitutionen in den Regelunterricht entwickelt. Alle Schulen der Neckarstadt-West sind mit über 1000 Schülerinnen und Schülern eingebunden, die Erfolge sind richtungweisend, insbesondere unter Aspekten der sozialen Integration und in der Verbesserung des Lernverhaltens.

3. Trotz Beendigung der Landesförderung konnte an den Schulen die Schulsozialarbeit fortgeführt werden. Die Stadt Mannheim bringt hierfür jährlich rund 307.000 € Personalkosten auf.

4. Erheblich zugenommen haben die Betreuungsangebote an Grundschulen. Über 1750 Schülerinnen und Schüler werden hier qualifiziert betreut.

5. Einen weiteren pädagogischen Akzent setzte die Stadt mit der Kinder- und Jugendakademie. Entgegen mancher Vorurteile haben hochbegabte Kinder einen besonderen Förderbedarf. Der Schulerfolg von hochbegabten Kindern ist keineswegs gesichert und selbstverständlich. Neben der Hilfe für die betroffenen Kindern und Eltern setzen Kinder- und Jugendakademie auch einen Akzent in Richtung der notwendigen individuellen Förderung der Kinder an Schulen. Diese Förderung hilft auch Kindern, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft noch mehr als andere Kinder Schwierigkeiten hätten, Ihre Hochbegabung umzusetzen.

6. Qualitativ überzeugende Ganztagesschulen sind in Mannheim entstanden. Mannheim verfügt derzeit als einzige Stadt in Baden-Württemberg seit dem Schuljahr 2006/2007 über drei gebundene Ganztagsgrundschulen. Die seit 2006 bestehende Bereitschaft des Landes Baden-Württemberg, auch die Zahl der Ganztagsgrundschulen deutlich zu erhöhen und dabei auch gebundene Ganztagsschulen einzurichten basiert zu einem großen Teil auf den Mannheimer Erfahrungen. Bei den weiterführenden Schulen konnten neben der Geschwister-Scholl-Schule und der IGMH mittlerweile drei weitere Ganztageshauptschulen eingerichtet werden. Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) entwickeln sich die Gymnasien zum ganztagsähnlichen Betrieb. Eine Ausbaukonzeption für die Ganztagsschulen in Mannheim wird Anfang 2007 dem Gemeinderat der Stadt Mannheim vorgelegt werden.

7. Zur Stärkung der Hauptschulen hat die Stadt Mannheim als erste und einzige Stadt die Hauptschulbezirke auf drei reduziert. Die Eltern und Schüler können damit erstmals unter jeweils sieben Hauptschulen wählen. Das Land Baden-Württemberg empfiehlt mittlerweile dieses Modell auch anderen Städten.

8. Das ebenso richtungweisende Mannheimer Modell „Wirtschaftsmodell Schule“, bei dem Teile der städtischen Ressourcen in der Verantwortlichkeit dezentralisiert den einzelnen Schulen übertragen wurden, wird fortgesetzt. Gegenwärtig initiiert der Fachbereich Bildung ein Projekt zu einem Schulversuch, der nach Absprache mit dem Kultusministerium erstmalig von kommunaler wie von Landesseite den ausgewählten Schulen eine deutlich erhöhte Verfügungsmöglichkeit über Personalbudgets gewährt, die dazu führen soll, den Personaleinsatz in Schulen zu optimieren und somit zu einer verbesserten Leistung beizutragen. Damit verbunden ist die Weiterentwicklung des städtischen Wirtschaftsmodells Schule, welches im Land Baden-Württemberg einzigartig ist und sich als wegweisend auf dem Weg zu mehr Autonomie des schulischen Managements erwiesen hat.

Stadtbibliothek

Trotz unerfreulicher Umstände (Senken des Budgets, Personalabbau) konnte eine Steigerung der Besucherzahlen in der Stadtbibliothek erreicht werden. Auch wurde der Schwerpunkt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen deutlich gestärkt. Eine Nutzerumfrage ergab gute Noten für die Bibliothek. Der Wunsch nach verbesserten Öffnungszeiten wird – ohne Mehrkosten – ab 01.01.2007 erfüllt. Eine Konzeption ist beschlossen, die es ermöglicht, die Entwicklung von einer klassischen Bibliothek hin zu einem modernen Bibliotheks- und Medienzentrum mit der starken Ausrichtung auf die Unterstützung von Bildungsprozessen bei Kindern und Jugendlichen einzuschlagen.

Musikschule

Das neue Profil der Musikschule zeigt erste Konturen. Inspiriert und nachhaltig gefordert durch das Projekt Kultur Macht Schule hat sich das Angebot musikalischer Früherziehung massiv erhöht. Der aus dem Projekt geweckte und entstandene Bedarf an gezieltem Unterricht -auch in der Erlernung eines Instruments- führt weiterhin dazu, dass die Musikschule immer stärker eine im schulischen Umfeld eingebundene Bildungseinrichtung wird. Diese Entwicklung wird dazu beitragen, qualitativ hoch stehende Musikerziehung weiten Bevölkerungsschichten dieser Stadt zugänglich zu machen. Die Zahl der Schüler ist – ohne Zuschusserhöhung - deutlich gestiegen.

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Kultur – ist sinnstiftend, imagebildend, arbeitsplatzschaffend und gemeinschaftsorientiert

In meiner Amtszeit wurden zwei Bereiche konsequent aufgebaut und gefördert, die in Mannheim besondere Potentiale aufweisen, bislang jedoch kulturpolitisch nicht beachtet worden waren: die Fotografie und die Popmusik. Innerhalb kürzester Zeit ist hier Bemerkenswertes entstanden.

Für den Bereich der Fotografie seien die Gründung der Fotogalerie Zephyr sowie des Forums Internationale Fotografie an den Reiß-Engelhorn-Museen genannt. Zusätzlich wurde die Durchführung der Internationalen Fototage in Mannheim und Ludwigshafen auf meine Initiative hin Dank des großen Engagements der Region, besonders zu nennen des Sponsors BASF, innerhalb kürzester Zeit möglich. Wichtige Ausstellungen national und international renommierter Fotokünstler konnten in Mannheim gezeigt werden. Mannheim hat sich in den letzten Jahren damit zu einem anerkannten Zentrum der Fotografie entwickelt.

Die Popszene in Mannheim ist ein ausgezeichneter Nährboden für die Förderung der Popmusik. Xavier Naidoo, die Söhne Mannheims oder Laith Al Deen sind deutschlandweit bekannt. Weitere junge Künstlerinnen und Künstler stehen in den Startlöchern. Mannheim und die Region weisen im Bereich der Musikwirtschaft, dies betrifft Künstler, Tonstudios, Veranstaltungsagenturen und anderes mehr, ein hohes Kompetenzcluster auf. Am Anfang meiner Amtszeit fehlte diesem Kompetenzcluster aber noch eine klare Profilbildung. Dies wollte ich ändern. Das in Zukunft immer wichtiger werdende Feld der Musikwirtschaft sollte systematisch und strukturell aufgebaut werden. Hier ging es vor allem auch darum, Mannheim strukturpolitisch neu zu positionieren. Die Musikwirtschaft ist Teil der Kreativwirtschaft, welche inzwischen mit 58 Milliarden Euro eine höhere Bruttowertschöpfung in Deutschland aufweist, als beispielsweise die Energieindustrie oder die Chemische Industrie.

Beispielhaft für die gezielte Mannheimer Positionierung stehen das erste deutsche Existenzgründerzentrum für die Musikwirtschaft, der Musikpark Mannheim, und die bundesweit einmalige Popakademie. Dieses Modell arbeitet so erfolgreich, dass eine Ausweitung in Planung ist. Mit der Einrichtung dieser beiden Institute wurde ein erheblicher wirtschaftlicher Impuls gesetzt, neue Arbeitsplätze geschaffen und eine positive Stadtentwicklung am Verbindungskanal eingeleitet. Weiterhin hat es nach Auswertung der nationalen Presse das überregionale Ansehen Mannheims nachhaltig verbessert. Ausgangspunkt dieser erfolgreichen Entwicklung war die Einrichtung der Stelle des bundesweit ersten kommunalen Popbeauftragten im Jahr 2001. Der Beauftragte für Musik und Popkultur fungiert als wichtiges Bindeglied und Kommunikator der zahlreichen Akteure, Bands und Institutionen und nimmt sich insbesondere der Förderung der Mannheimer Musikerinnen und Musiker an.

Stadtteilkulturarbeit

Stadtteilkulturarbeit ist Verbesserung der Lebensqualität in den Quartieren. Mannheim mit seinen 17 sehr unterschiedlich strukturierten Stadtteilen und einem erheblichen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund erfordert besondere Bemühungen bei der stets interkulturell angelegten Stadtteilkulturarbeit. Mit dem Modellprojekt „Neckarstadt-West“ ist es gelungen, mit Beteiligung der im Stadtteil lebenden interessierten Bürger und Künstler Projekte zu initiieren und auch über den Projektzeitraum hinaus auf den Weg zu bringen, die das kulturelle Klima und die Qualität des Quartiers schrittweise nachhaltig verbessern werden. Genannt seien hier die Ausstellungen und Veranstaltungen des Kunstladens in der Mittelstrasse oder die im November stattfindende Lichtmeile. Der „Nachtwandel“ im Jungbusch zeigt als komplexes Kooperationsprojekt die kreativen Potenziale eines vor wenigen Jahren noch als Problemgebiet geltenden Stadtteils auf, dort trifft sich mittlerweile nicht nur die kulturell interessierte Szene Mannheims.

Allgemeine Kulturförderung

Die Kulturförderung konnte finanziell deutlich gestärkt werden, wenn auch die Ausstattung einem regionalen Oberzentrum der Metropolregion nach wie vor noch nicht angemessen ist. Gegenläufig zu den allgemeinen Kürzungstendenzen konnten die Zuschussmittel für kulturelle Aktivitäten von Künstlern und Vereinen um 95.000 Euro erhöht werden. Damit werden schwerpunktmäßig Initiativen aus der freien Szene wie enjoy jazz, Wunder der Prärie oder die Mannheimer Bläserphilharmonie unterstützt, die seit Jahren erfolgreich den Ruf Mannheims als Kulturstadt über die Region hinaus verbreiten.

Seit 2006 werden neue Initiativen zur Stärkung der Bildenden Kunst in Mannheim entwickelt. So konnte die Heinrich-Vetter-Stiftung gewonnen werden, einen neuen Preis zur Förderung von Nachwuchskünstlern auszuloben, der erstmalig im Februar 2007 verliehen wurde. Im Rahmen einer neuartigen Public Private Partnership entstehen im Jungbusch drei neue Ateliers für junge Bildende Künstler, die im März nächsten Jahres bezugsfertig sind. Bildende Künstler erhalten erstmalig mit einem neuen Internatportal die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit einem großen Kreis interessierter Menschen vorzustellen. Auch die kommunale Stadtgalerie E 5 hat durch kompetente fachliche Betreuung deutlich an Profil hinzugewonnen.

Zusammen mit der Frauenbeauftragten der Stadt Mannheim, Frau Thomas, habe ich mich für die Gründung eines Frauenkulturrates eingesetzt, der sich für die Gleichbehandlung der Künstlerinnen bei Preisvergaben, Gremienbesetzungen, Programmauswahl stark macht. Dieser konstituierte sich am 1. März 2001 und begleitet und unterstützt seitdem laufende und geplante Projekte in den Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen unter Gender-Gesichtspunkten.

Mannheims bedeutende Stellung als Kulturstadt konnte vor allem auch über inhaltliche und organisatorische Veränderungen in den bestehenden Institutionen eindrucksvoll verbessert werden.

Am Nationaltheater konnten mit den in Abstimmung mit dem Dezernat vorgenommenen Verpflichtungen von Generalmusikdirektor Adam Fischer, Schauspieldirektor Jens-Daniel Herzog, dem Ballettdirektor Kevin O`Day und der Schnawwl-Direktorin Andrea Gronemeyer unter der Intendanz von Ulrich Schwab eine überzeugende Entwicklung eingeleitet werden, die sowohl das Publikum wie auch die Presse überzeugte. Unter der neuen Intendanz von Regula Gerber wurden mit dem neuen Operndirektor Klaus Peter Kehr und dem neuen Schauspieldirektor Burkhart Kosminski ausgezeichneter Nachfolger für beide Sparten gefunden, die mit ihrer Arbeit bewusst an den Traditionen Mannheims und des Nationaltheaters anknüpfen und damit dem Nationaltheater Mannheim weiterhin ein überzeugendes Profil geben. Das Ergebnis ist eine deutlich gestiegene überregionale Aufmerksamkeit und eine hohe Zufriedenheit des Publikums. Die Entwicklung erfolgte mit einem seit dem Jahr 2000 unveränderten städtischen Zuschuss. Die notwendigen Investitionsmaßnahmen in die Technik und den Werkstattneubau werden vom Nationaltheater erwirtschaftet. Sonderzuschusse waren nicht nötig.

Die auffälligste Veränderung vollzog sich beim größten kommunalen Museum in Süddeutschland: aus dem Reiß -Museum wurden die Reiss -Engelhorn-Museen (REM) . Unter dieser Namensänderung verbirgt sich eine gewaltige Entwicklung: mit der Curt-Engelhorn-Stiftung wurde in einer in Deutschland einmaligen Konstruktion eine privatrechtliche Stiftung mit einem öffentlichen Museum verbunden. Die Museen und die Stiftung werden in Personalunion geleitet. Wichtige Sammlungen konnten für die Reiss Engelhorn-Museen neu gewonnen werden insbesondere die reichen Bestände des neu eingerichteten "Forums Internationale Photographie" seien hier hervorgehoben.

Die REM haben sich als Veranstalter großer Sonderausstellungen in Deutschland einen Namen gemacht. Sie sind auch zum Wissenschaftszentrum geworden, so durch das Zentrum für Archäometrie und das Curt-Engelhorn-Zentrum für Kunst- und Kulturgeschichte mit den Forschungsstellen "Archäologie und Kultur Ostasien" und der Forschungsstelle "Kleidung und Identität im Römischen Reich". Im Jahr 2005 erweiterte sich der Museumskomplex um zwei neue Gebäude, das Museum Schillerhaus und die Fotogalerie Zeph4r. Mit der Wiedereröffnung des sanierten Zeughauses im Januar 2007 wird Mannheim ein architektonisches Juwel zurückgegeben und neue und alte Sammlungen in herausragender Qualität präsentiert. Seit dem 01.01.2006 sind die Reiss -Engelhorn-Museen städtische Eigenbetrieb.

Die Kunsthalle hat sich auf einen wagnisreichen, aber profilierten Weg begeben, indem sie sich – wie bereits unter dem ersten Direktor Fritz Wichert vor 100 Jahren – entschieden der zeitgenössischen Kunst zugewandt hat und diese mit der herausragenden Sammlung des Hauses in Dialog setzt. Dabei erhellen herausfordernde Werke der Gegenwartskunst die Sammlungsbestände unter neuen inhaltlichen und ästhetischen Aspekten. In den vergangenen Jahren ist es gelungen, den von Hermann Billing geschaffenen Altbau wieder fast vollständig der ursprünglichen Nutzung als Ausstellungsraum für die Sammlungsbestände zuzuführen. Mit privaten Spenden über 1,2 Mio. € wurden die Räume des Altbaus wieder in ihre ursprüngliche Form gebracht.

Viele Meisterwerke der Sammlung haben hier einen neuen, würdigeren Rahmen gefunden. Auch die Räume des Neubaus wurden durch private Fördermittel innenarchitektonisch und lichttechnisch neu gefasst, um mehr Möglichkeiten für Sonderausstellungen und andere künstlerische Projekte zu schaffen. Zur Absicherung der künstlerischen Arbeit und Ausstellungstätigkeit der Kunsthalle, die seitens der Stadt Mannheim auch nicht ansatzweise auskömmlich finanziert werden kann, ist es gelungen, eine Vereinbarung mit der H. W. & J. Hector-Stiftung zu treffen, dass diese jährlich einen Betrag über 400.000 € zur Verfügung stellt.

Die Feuerwache gehört heute mit ihrem anspruchsvollen innovativen Programm zu den drei wichtigsten Kulturhäusern in Baden-Württemberg. Viele international renommierte Künstler machen wegen der Feuerwache wieder selbstverständlich Station in Mannheim. Den Weg aus der Krise Ende der neunziger Jahre wies das „Intendantenmodell“ und dessen erfolgreiche personelle Umsetzung. Durch Bereitstellung von Sondermitteln konnte der gesamte Veranstaltungsbereich (Halle, Sanitärbereich, Gastronomie) im Jahr 2000 den aktuellen Erfordernissen eines professionell arbeitenden Veranstaltungshauses angepasst werden. Durch die Ausgründung des Kulturzentrums in die Alte Feuerwache gGmbH zu Beginn des Jahres 2005 wurden die Eigenverantwortlichkeit und Flexibilität strukturell gestärkt, so dass sich das überregional aufgestellt Veranstaltungshaus auf dem hart umkämpften Veranstaltungsmarkt auch in der Zukunft erfolgreich behaupten kann. Die Feuerwache arbeitet eng vernetzt mit allen relevanten Kultureinrichtungen Mannheims und vielen der Metropolregion

Stadtgeschichte/Stadtarchiv

Ein neuer Aufgabenbereich im Dezernat umfasst seit dem 27. Juli 1999 das Stadtarchiv. Seit dem 1. August 2004 führt es den Zusatztitel "Institut für Stadtgeschichte", womit es seine in der Bevölkerung wahrgenommene Kompetenz zu allen Fragen der Stadtgeschichte auch im Namen zum Ausdruck bringt. Die Identität der Stadt aus Ihrer Geschichte zu verstehen und diese Rückfolgerung zu vermitteln, ist eine Aufgabenstellung, die von mir in besonderer Weise unterstützt wurde. Das neue historische Leitsystem, die STADTPUNKTE, in 2007 vervollständigt, sind stadtweit Ausdruck dieses Bemühens. 2007 wird auch eine neue dreibändige Stadtgeschichte veröffentlicht. Die Neupräsentation der Stadtgeschichte im Zeughaus erfolgt unter der Federführung des Stadtarchivs - ISG. Mit der Gedenkskulptur in den Planken und der jährlichen Gedenkveranstaltung zum 27. Januar hat Mannheim Markzeichen für eine aktuelle Erinnerungskultur gesetzt. Deshalb wurde die Stadt auch 2007 zum Ausrichter des Deutschen Archivtags gewählt, der unter dem Motto "Lebendige Erinnerung für die Zukunft" steht. Inzwischen zählt das Mannheimer Stadtarchiv mit seinen Online-Datenbanken und seiner Kompetenz in Fragen der technischen Datensicherung zu den innovativsten in Deutschland. Sein Leiter referierte erst unlängst auf dem englischen Archivtag und wurde zum Gutachten für den Bereich "Informationsvermittlung" bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft bestellt - eine Auszeichnung, die erstmals einem Kommunalarchivar zuteil wurde.

In Zusammenarbeit und in Diskussionen mit dem Land Baden-Württemberg ist es weiterhin gelungen, das Landesmuseum neu auszurichten und dauerhaft zu sichern. Die Gebäudesanierung des Landesmuseums für Technik und Arbeit (LTA) und die Baumaßnahmen zur Umsetzung des neuen Museumskonzeptes mit einer vergrößerten Ausstellungsfläche sind auf den Weg gebracht. Die Stadt Mannheim hat dazu allein zwei Millionen Euro für die Vorfinanzierung der Sanierung bereit gestellt, so dass die Maßnahme mit einem Gesamtvolumen von 11,2 Millionen Euro umgesetzt werden kann. Die Entwicklungen im Bereich Kultur können Sie auch im neuen Kulturbericht nachlesen, den wir vor zwei Jahren zur Evaluation unserer Arbeit neu eingeführt haben.

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Sport – gemeinsame Förderung von Leistungs- und Breitensport

Vieles hat sich in den letzten 8 Jahren in der Infrastruktur für den Sport bewegt. Neben zahlreichen Vereinsbaumaßnahmen, die durch die Stadt unterstützt werden konnten, ist als herausragendes Ergebnis festzuhalten, dass die Prioritätenliste im Sport- und Turnhallenbau fast vollständig abgearbeitet werden konnte. Mit der Richard-Möll-Sporthalle in Seckenheim Süd, der Sporthalle Im Rott und der MWS-Halle am Herzogenried konnten alle notwendigen Sporthallenneubauprojekte durchgeführt werden. Gerade die MWS-Halle konnte den Nachholbedarf einer Sport- und Veranstaltungshalle im mittleren Publikumssegment, bis 1.400 Zuschauern, decken und damit auch das Albert-Schweizer-Turnier weiterhin an Mannheim binden. Die Turnhallenprojekte Jungbusch und Neuhermsheim sind beauftragt. Der Baubeginn steht unmittelbar bevor. Die Sanierung und Erweiterung Wilhelm-Wundt ist ebenfalls in Vorbereitung. Sofern die Turnhalle Rheinau-Süd im Doppelhaushalt 2008/2009 realisiert werden kann, sind alle als notwendig eingestuften Bauvorhaben in diesem Bereich abgeschlossen. Hinzu kommen Sanierungen von Sportstätten wie der Rhein-Neckar-Sporthalle und von Freisportanlagen.

Mit der SAP Arena ist der lang gehegte Wunsch nach einer Multifunktionshalle realisiert worden. Die von uns betriebene Betreiberausschreibung brachte den entscheidenden Durchbruch, diese Investition gemeinsam mit den Investoren Dietmar und Daniel Hopp zu stemmen. Spitzeneishockey in Mannheim konnte damit gesichert und Bundesligahandball neu gewonnen werden. Hinzu kommt die Möglichkeit von einzelnen herausragenden sportlichen und kulturellen Veranstaltungen. Mit der Nebenhalle mit 2 Eislaufflächen wurden die Trainings- und Wettkampfbedingungen für den gesamten Eissport weiter verbessert.

Zu den wichtigen Investitionen in den Spitzensport gehören auch die Investitionen in die Leichtathletik mit der Erweiterung der Leichtathletikhalle einschließlich dem Tribünenneubau bei der Freianlage sowie in Kanu beim Landesleistungszentrum Kanurennsport, beides Außenstellen des Olympiastützpunktes Rhein-Neckar. Überarbeitet wurden in meiner Amtszeit auch die Sportförderrichtlinien. Die Jugendförderung wurde nochmals deutlich verstärkt und eine Leistungssportförderung für die Talentsichtung und -förderung initiiert . Auch wurde erstmals die Auslastung der Platzanlagen bei der Bezuschussung von Pflege und Unterhalt berücksichtigt.

Ein besonderer Schwerpunkt sind die Ausweitungen der durch die Stadt Mannheim angeregten und unterstützten Sportveranstaltungen. Sie sollen zum Sporttreiben animieren und die urbane Lebensqualität Mannheims unterstreichen. Neben der Weiterführung des traditionellen „Sport und Spiel am Wasserturm“ sind hier die Inlineläufe, der MLP-Marathon Mannheim Rhein-Neckar, die Kindersportwoche, die großen Radsportveranstaltungen Deutschlandtour 2001 und 2005, Deutsche Meisterschaften 2005, 3-Länder-Tour 2006 sowie der Life Sensor Team Run 2006 zu nennen. Spitzensport, ob Eishockey, Marathon, Leichtathletik, Rad- oder Kanusport, ist immer zugleich ein starkes Marketinginstrument für die Stadt durch die nationale und internationale Verbreitung des Namens Mannheim.

Für die Entwicklung der Bäderlandschaft wurde eine Konzeption mit einer entsprechenden Investitionsplanung verabschiedet. Entsprechend der Prioritätenliste wurde das Herzogenriedbad saniert und insbesondere im Kinderbereich attraktive gestaltet. Die Fortsetzung der Investitionen im Bäderbereich steht in den nächsten Jahren an. Mehr als 76 % der Mannheimerinnen und Mannheimer sind regelmäßig einmal in der Woche sportlich bzw. bewegungsaktiv. Dieser Prozentsatz verdeutlicht den enormen Stellenwert des Sportes in unserer Stadt. In über 250 Sportvereinen können die am Sport Interessierten die für sich geeignete Sportart finden und ausüben. Darüber hinaus laden kommunale Einrichtungen, Institutionen und private Anbieter sowie „freie Bewegungsräume“ zu Sport und Spiel ein.

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Stadtmarketing – Wettbewerb um die besten Köpfe

Bereits 1999 startete ich die Initiative zum Aufbau einer Stadtmarketingorganisation. Nach entsprechenden inhaltlichen und strukturellen Vorarbeiten wurde 2001 das Stadtmarketing als Public-Private-Partnership, als gemeinsames Projekt von Wirtschaft und Stadt, gegründet. Hintergrund war die Feststellung, dass im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitnehmer und junge Unternehmen die Stadt Mannheim durch schlechte Imagewerte einen Nachteil hat. Insofern ist es von entscheidender Bedeutung, wie junge Leute die Lebensqualität in dieser Region einschätzen. Im Wettbewerb der Städte und Regionen um kluge Köpfe und Zukunftsinvestitionen ist es wichtig, dass eine Stadt nicht nur Heimat für ihre Bürgerschaft ist, sondern auch von anderen als Heimat begehrt wird. Dazu gilt es das eigene Profil als urbaner Lebensraum so zu schärfen, dass es über die Grenzen der Region hinaus Anziehungskraft entfaltet. Auch hier lag Mannheim im Land mal wieder vorne.

Unser Stadtmarketingansatz, der zum Ziel hat, die Stellung der Stadt im Wettbewerb um Menschen, insbesondere um Fach- und Führungskräfte zu verbessern, wurde ein Jahr später auch der Region Stuttgart empfohlen. Durch die Aktivitäten des Stadtmarketing konnte die Beliebtheit Mannheims gesteigert und die Berichterstattung über Mannheim positiv beeinflusst werden. Fast doppelt so viele Deutsche als im Jahr 2001 finden heute Mannheim sympathisch. Im „Dynamikranking“ der Wirtschaftswoche belegte die Stadt Mannheim 2006 einen herausragenden 2. Platz. In dieses Ranking gehen auch subjektive Einschätzungen (Wertschätzung der Wirtschaft für den Standort, Einschätzung von Standortqualitäten) ein. Dieser Weg war nicht immer einfach. Beharrlich und zielfokussiert, auch gegen viele Widerstände, wurde die Gründung und Etablierung des Stadtmarketings vorangetrieben. Von ursprünglich fünf privaten Unternehmen, die sich als Gesellschafter zusammen mit der Kommune in der Stadtmarketing GmbH engagierten, ist der Kreis auf 15 Unternehmen angewachsen. Hinzu kommen 13 Firmen, die als Sponsoren die Arbeit unterstützen sowie viele weitere Projektpartner.

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Grundlegend: Organisation

In den letzten acht Jahren wurde das Dezernat V neu organisiert. Zahlreiche neue Aufgaben sind hinzugekommen. Folgende Organisationsänderungen wurden vorgenommen:

- Gründung Fachbereich Bildung (2000)
- Gründung Fachbereich Sport und Freizeit (2000)
- Gründung Alte Feuerwache gGmbH (2005)
- Eigenbetrieb Reiß-Engelhorn-Museen (2006)
- Eigenbetrieb Kunsthalle (2006)

An neuen Aufgaben und Erweiterungen kamen hinzu:

- Stadtarchiv
- Institut für Stadtgeschichte (2000) (optimierter Regiebetrieb 2006)
- Stadtmarketing GmbH und Fachbereich (2001)
- Musikpark Mannheim GmbH (2003)
- Popakademie (2003)

Trotz erheblicher Aufgaben- und Angebotserweiterungen für die Bevölkerung der Stadt Mannheim ist der Anteil des Dezernats V am Gesamthaushalt der Stadt Mannheim nicht gestiegen, sondern leicht gesunken. Ermöglicht wurde dies durch Effizienzsteigerungen und die erhebliche Einwerbung von privaten Mitteln. Ein wichtiges Element der Dezernatspolitik war und ist die Orientierung an Bürger- und Kundenwünschen. Nach und nach wurden und werden in allen Fachbereichen Kundenbefragungen durchgeführt, die Grundlage für die weitere Arbeit und Organisationsentscheidungen sind.

Die Entwicklung des Dezernats hat wichtige Impulse für die Gesamtentwicklung des Stadt gesetzt, Mannheim bewegt.

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